Was ist eigentlich: Kaizen?

Übersicht der Abschnitte

In der Rubrik „Was ist eigentlich …“ arbeite ich heute einen der wichtigsten Begriffe meines Metiers auf: Kaizen. Häufig wird das Thema heutzutage in seiner Breite unterschätzt, da der Begriff auch im unternehmerischen Umfeld bereits landläufig auftaucht. Doch was genau ist Kaizen und noch wichtiger, welchen Mehrwert können Unternehmen erzielen?

Kaizen – die permanente Verbesserung

Der Begriff Kaizen kommt ursprünglich aus der japanischen Sprache und ist zusammengesetzt aus den Wörtern „Kai“ = Veränderung und „Zen“ = zum Besseren. Mit dieser Übersetzung wird direkt die grundlegende Bedeutung des Begriffs klar. Es handelt sich bei Kaizen im weiteren Sinne also nicht um eine konkrete Methode oder ein Werkzeug, sondern um eine Denkeinstellung. Diese Einstellung fokussiert die permanente Verbesserung des Bisherigen.

Herkunft der Kaizen-Philosophie

Die ersten Ansätze der schrittweisen Verbesserung gehen bis weit ins 20. Jahrhundert zurück. Das konkrete Fundament wurde in den 50er-Jahren in Japan gelegt. Viele japanische Unternehmen, darunter der Autobauer Toyota, sahen sich nach dem Zweiten Weltkrieg Ressourcenknappheit und einer Finanzkrise gegenüber. Das Land war deshalb „gezwungen“ jeder Art von Verschwendung zu erkennen und zu beseitigen, nur die notwendigen Dinge zu tun und diese entsprechend richtig. 

Diese Denkweise gilt seit damals als Schlüsselansatz für eine schlanke Produktion („Lean Production“) und ging um die Welt. Heute basiert eine komplette Management-Philosophie auf dem Gedanken, schrittweise und ständig Verbesserungspotentiale zu erreichen.

Kaizen im Unternehmen

Kaizen gilt heute als universelle Denkweise in Unternehmen. Das heißt, jede Organisation jeder Branche kann auf diese Philosophie zurückgreifen. In diesem Zusammenhang wird Kaizen gerade in westlichen Betrieben häufig mit dem Begriff des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gleichgesetzt. Dieser beschreibt jedoch vielmehr eine konkrete Praktik bei der Umsetzung der Kaizen-Philosophie als die Denkweise an sich. Hierfür werden diverse Methoden und Werkzeuge angewendet, um eine stete Verbesserung zu ermöglichen.

Diese Philosophie muss dabei vom gesamten Unternehmen mitgetragen werde. Es reicht bei weitem nicht aus, nur über die Mitarbeiterebene zu gehen. Auch die Geschäftsführung muss den Prozess gänzlich verstehen, mittragen und auch vorleben. Kaizen lässt sich nur über eine Kombination aus Top-Down-Ansatz und Bottom-Up-Ansatz auf allen Ebenen nach und nach etablieren. So wird gewährleistet, dass sich alle für die Weiterentwicklung bestehender Prozesse interessieren und an deren Optimierung beteiligen. So ist Kaizen in Unternehmen ein wichtiger Schlüsselfaktor für den Geschäftserfolg.

Unternehmerische Ziele der Kaizen-Philosophie

Kaizen unterstützt Unternehmen bei der Erreichung ihrer Zielsetzungen sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen Ebene. Kontinuierliche Verbesserung lässt sich auf allen Ebenen und in allen Unternehmensbereichen erzielen. Auf strategischer Ebene stellen die Steigerung der Wertschöpfung, Wachstum, die Sicherung der Arbeitsplätze und der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit die Hauptziele dar. Im operativen Bereich geht es konkret darum, die Qualität der Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern, Kosten der Leistungserstellung zu senken und die Lieferbereitschaft zu garantieren. Im Hintergrund stehen dabei immer die Prozesse des Unternehmens im Fokus.

Regeln und Prinzipien

Kaizen basiert auf einer Reihe an grundlegenden Prinzipien, deren Anwendung für die Erreichung der Zielsetzungen unerlässlich ist. Es beginnt damit, dass man sich direkt zum Ort des Geschehens begeben muss. Im Kaizen-Kontext wird dieser als „Gemba“ bezeichnet. Dort müssen die Geschehnisse in einer Live-Situation beobachtet werden. Diese werden „Gembutsu“ genannt, die „realen Dinge“. 

Um Prozesse optimieren zu können, müssen hier Verluste und Verschwendung, Abweichungen und Überlastung, auch Muda, Mura und Muri genannt, erkannt werden. Dazu sind alle Kunden-Lieferanten-Beziehungen einzubeziehen. Es gilt alles aus den Prozessen zu eliminieren, was nicht der Wertsteigerung oder dem Kunden dient. Unter Berücksichtigung dieser Grundprinzipien und mithilfe der entsprechenden Werkzeuge wird dauerhaft und nachhaltig an den Geschäftsprozessen „gefeilt“.

Der Business-Flip-Tipp

Auch wenn das Thema Kaizen breit aufgestellt ist und erschlagend wirken kann: keine Bange! Ich helfe Ihrem Unternehmen dabei, die richtigen Schritte zu gehen und sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Grundsätzlich sollten Sie immer im Hinterkopf behalten: Die Wirkung ist am Ende entscheidend, weniger die Vorgehensweise an sich. Hier hilft oft schon gesunder Menschenverstand, um die Potenziale zu erkennen.

Lassen Sie uns noch heute beginnen, das Beste aus dem Kaizen-Ansatz für Ihr Unternehmen herauszuholen. Vereinbaren Sie direkt ein kostenloses Erstgespräch!

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